Heimbereich

Wir betreuen seelenpflege- bedürftige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Lern- oder geistigen Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten und -störungen, Entwicklungsverzögerungen und -störungen im Aufnahmealter ab 6 Jahren. Darüber hinaus zählen zur Zielgruppe Kinder und Jugendliche, die von einer seelischen Behinderung bedroht oder seelisch behindert (SGB VIII §35a) sind und dadurch ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

Auf Grund ihrer kognitiven und seelischen Beeinträchtigungen, der unterschiedlichen Verhaltensauffälligkeiten und –störungen und/ oder verschiedener Entwicklungsverzögerungen und -störungen können die Kinder, Jugendlichen und jungen Menschen in ihrem sozialen Lebensumfeld, der Familie und der Schule sich nicht altersentsprechend entwickeln und nicht adäquat gefördert werden. Sie benötigen einen beschützenden Rahmen, der ihnen durch unser heilpädagogisch- therapeutisches Milieu besondere Entwicklungsbedingungen in der Gemeinschaft mit anderen jungen Menschen mit ähnlichen Beeinträchtigungen zur Verfügung stellt.

Nicht aufgenommen werden junge Menschen mit akuten Psychosen bzw. primär psychiatrischen Erkrankungen.

Ziel unserer Arbeit ist es, Kinder und Jugendliche auf ein Leben in möglichst freier Selbstbestimmung vorzubereiten. Wir unterstützen sie in ihrem Bemühen, ihren individuellen Lebensweg zu finden und ihn entsprechend zu gestalten. Dem gesetzlichen Auftrag nach möglichst schneller Rückführung in die Herkunftsfamilie fühlen wir uns verpflichtet und legen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern. Das gilt auch dort, wo eine Rückkehr aus bestimmten Gründen nicht ansteht oder möglich ist. Denn guter Kontakt zu den Eltern und Angehörigen ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Kinder. Intensive Gespräche zwischen Eltern, Pädagogen, Lehrern und Ämtern ermöglichen das Wachsen von gegenseitigem Verständnis.
Wichtige heilpädagogische Elemente sind ein klar strukturierter und rhythmisch gegliederter Tages-, Wochen- und Jahresrhythmus und das gemeinsame Leben und Lernen der Kinder und Jugendlichen mit einer Lern- und geistigen Behinderung.

Die regelmäßig wiederkehrenden und dadurch wieder erkennbaren Zeiten mit ihren Festen und Ritualen geben Sicherheit und Orientierung. Bewusst gestaltete Momente der Andacht, Ruhe und Besinnung durchziehen den Tag, die Woche und das Jahr.

Kinder, die zu uns nach Eckwälden kommen, bringen besondere Bedürfnisse im Hinblick auf die Pflege ihres Seelenlebens mit. Sie sollen bei uns einen Entwicklungsraum finden, in dem sie sich wohl fühlen und Unterstützung erfahren, um ihre individuelle Persönlichkeit unabhängig von ihren Beeinträchtigungen zu entfalten.

Alle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene besuchen unsere Schule am Heim, die ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit den Förderschwerpunkten Emotionale und Soziale Entwicklung und Lernen und Geistige Entwicklung inklusive Berufsschulstufe ist.

Unsere Mitarbeiter arbeiten in multiprofessionellen Teams, die sich durch regelmäßige Supervision und die Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung kontinuierlich fachlich weiterentwickeln können.

Die Gewährleistung des Kinderschutzes und die Sicherung der Kinderrechte sind wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

Teilstationärer Bereich

Hilfe zur Erziehung in unseren Tagesgruppen unterstützt durch pädagogische und therapeutische Leistungen, durch soziales Lernen in der Gruppe und durch schulische Begleitung und Förderung die Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen und ermöglicht so den Verbleib des Kindes oder des Jugendlichen in seiner Familie. Voraussetzung für die Hilfe ist die grundsätzliche Mitwirkungsbereitschaft der Eltern bzw. Sorgeberechtigten mit dem Ziel einer tragfähigen Kooperation.

In zwei Tagesgruppen werden 9 bzw. 10 Kinder und Jugendlichen alters- und geschlechtsgemischt betreut. Sie erhalten Hilfe bei den Hausaufgaben, Anleitung in den Tätigkeiten des täglichen Lebens, vielfältige Anregungen für die Freizeitgestaltung und darüber hinaus gezielte heilpädagogische Fördermaßnahmen. Sie werden befähigt, eigene Interessen und ein gesundes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu entwickeln und durch den Umgang mit anderen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in einer Gemeinschaft zu leben. Es besteht die Möglichkeit, die therapeutischen Angebote der Einrichtung wahrzunehmen.

Wesentlicher Bestandteil der Tagesgruppen sind auch die einzelnen Öffnungstage am Wochenende bzw. an Feiertagen und in den Schulferien. Die Teilnahme an diesen Öffnungstagen und Ferienangeboten ist verbindlich. An allen Schultagen und den Öffnungstagen werden die Kinder und Jugendlichen vom Fahrdienst zu Hause abgeholt und wieder nach Hause gebracht.

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern, Angehörigen und Pädagogen ist Voraussetzung für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Die Zusammenarbeit mit den Eltern findet ihren Ausdruck in den regelmäßigen Elterngesprächen und Telefonaten, den Berichtsheften, Elternbriefen, Hausbesuchen und Elternabenden. Ein ständiger Austausch zwischen Eltern und Erziehern ist Basis einer vertrauensvollen Beziehung.

Ambulante Hilfen

Die Ambulante Hilfen umfassen verschiedene Aufgabenbereiche, wie z.B. die Soziale Gruppenarbeit.

Die Soziale Gruppenarbeit

Die Soziale Gruppenarbeit (SGA) ist ein niederschwelliges Angebot der Jugendhilfe für Schulkinder, die im sozialen Zusammenhang einer Gruppe gefördert werden sollen. Die Soziale Gruppenarbeit ist offen für Schüler aus der Umgebung.

Die SGA findet zweimal drei Stunden in der Woche statt. Die Jahresfeste und Feiern im Institut werden zum Teil auch außerhalb der festen Öffnungszeiten wahrgenommen. Die Kinder kommen nach der Schule in die Gruppe, essen gemeinsam und spielen, basteln oder beschäftigen sich drinnen und draußen. Förderung sozialer Fähigkeiten, emotionale Stabilität und Selbständigkeit sind Ziele der Arbeit, die durch individuelle Förderbedarfe in der Gruppe ergänzt werden.

Die Gruppe wird von einer sozialpädagogischen Fachkraft geleitet und hat derzeit 6 Plätze.

Pädagogisch-therapeutische Gärtnerei

Die Gärtnerei ist seit Gründung des Instituts Eckwälden ein wesentlicher Bestandteil unserer Einrichtung. Viele Jahre hatte eine kleine Gruppe von behinderten Erwachsenen dort ihren Lebens- und Arbeitsplatz. Heute bietet sie den Kindern und Jugendlichen ein besonderes therapeutisches Erfahrungsfeld. Sie arbeitet nach der biologisch- dynamischen Wirtschaftsweise und trägt in begrenztem Umfang zur Versorgung der Kinder und Jugendlichen mit gesundem Gemüse und Obst bei. Unser großes Freigelände mit den vielfältigen Spielmöglichkeiten wird liebevoll gepflegt und gestaltet.

In der Gärtnerei erleben die Kinder und Jugendlichen den Jahreslauf der Natur in seinen Prozessen von Aufbau und Abbau und den Weg vom Samen über die Pflege der Pflanze bis zur Ernte und zur Verarbeitung zu einer köstlichen Mahlzeit für alle. Sie begegnen unseren Tieren, den Meerschweinchen, Hasen und Schafen und können bei der Pflege und Versorgung dieser mitarbeiten.

Die eigene innere seelische Natur kommt über diese sinnvollen Arbeiten in einen heilsamen Austausch mit der äußeren Natur.
Die Praxis der Selbstversorgung gibt Orientierung in unserer Konsumwelt, der die Kinder oft schutzlos ausgeliefert sind. Hier in der Gärtnerei werden Werte im Lebendigen gepflegt, welche die jungen Menschen stärken.
Wir begleiten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen des Gartenbauunterrichtes, der verlässlichen Nachmittagsbetreuung und in einzeltherapeutischen Arbeitsangeboten, die einen körperlichen und seelischen Ausgleich ermöglichen.

Vollstationärer Bereich

In den altersgemischten und koedukativen Wohngruppen leben 8 bis 10 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Dieses familienähnliche Zusammenleben gibt Sicherheit und Geborgenheit. In den Gruppen begegnen sich Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Entwicklungsstörungen. Geführt durch ihre Erzieher lernen die Kinder, aufeinander zu achten und ihre Mitmenschen als eigene Persönlichkeiten zu akzeptieren. Sie entwickeln die Fähigkeit, sich zu behaupten, lernen aber auch, sich zum Wohl des Ganzen in eine Gemeinschaft einzuordnen. Auf das Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten und die Förderung von Talenten wird großer Wert gelegt. In den freien Zeiten werden die Kinder und Jugendlichen angeleitet, Freizeit eigenverantwortlich sinnvoll zu gestalten. Selbstständigkeit in den Belangen des Alltags wird geübt und erprobt. Auch gezielte heilpädagogische Förderung in der Einzel- oder Gruppensituation findet hier ihren Platz. Gemeinsam geplante und durchgeführte Aktivitäten fördern den Zusammenhalt in der Gruppe und schaffen Erlebnisse, an die sich alle gern erinnern. Der therapeutische Bereich unserer Einrichtung kann für eine gezielte Förderung genutzt werden.

An den Vormittagen besuchen alle Kinder und Jugendlichen die Schule am Heim. An drei Nachmittagen gibt es für die Schüler ab der 5. Klasse Unterricht oder Freizeitangebote in der Schule und an zwei Nachmittagen für alle Projekte. Die Projekte fördern die individuellen Interessen und ermöglichen die Begegnung von Kindern, Jugendlichen und Mitarbeitern aus verschiedenen Klassen und Gruppen.

Wir fördern die Kinder und Jugendlichen in enger Abstimmung mit der Schule. Eltern und nahestehende Angehörige werden in den heilpädagogischen Prozess einbezogen. Wir legen Wert darauf, dass die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an regelmäßig stattfindenden Heimfahrwochenenden und in den Ferien bei ihren Familien sind.

Heil- und Sozialpädagogen, Erzieher, Jugend- und Heimerzieher und Heilerziehungspfleger arbeiten im Gruppenteam zusammen und werden von Auszubildenden, DHBW- Studenten und/ oder FSJ/ BFD unterstützt. Die Kontinuität in der Betreuung über Tag und Nacht und die Arbeit ohne Schichtdienst sind wichtige Grundlagen unserer Pädagogik. Den Kindern gibt diese Form der Betreuung große Sicherheit, erleichtert den Aufbau emotional tragfähiger Beziehungen und schafft Raum für weitere Entwicklungsmöglichkeiten.